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Mobile Spielwelten

Nahaufnahme eines Smartphones, auf dem gespielt wirdImmer mehr Menschen aller Altersstufen spielen mobile Spiele, sei es auf dem Smartphone oder auf dem Tablet. Sogenannte Casual Games – Spiele für zwischendurch – können dabei helfen, sich Wartezeiten zu vertreiben oder schnell zwischendurch ein wenig abzuschalten.  Zusammenhängend mit der nahezu durchgehenden Verbreitung von Smartphones boomt auch der Markt an mobilen Spielen, welche die speziellen Fähigkeiten der Geräte auch voll zur Geltung bringen. Auch für Kinder und Jugendliche sind Tablet und Smartphone in vielen Fällen die erste und auch wichtigste Spieleplattform. Eine große Auswahl an Spielen, geringe Kosten und die einfache Bedienung machen Smartphones zum attraktiven Spiele-Gerät.

Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden. Viele der Spiele sind hervorragend gemacht und nutzen das Spielen innewohnende Förderpotential voll aus. Es gibt jedoch einige Besonderheiten auf diesen Plattformen, die es hier zu beachten gilt.

Große Auswahl an verschiedenen Spielen

Die Auswahl an Spielen für die unterschiedlichen Plattformen ist noch undurchschaubarer als auf anderen Plattformen. In den großen App-Stores von Apple und Google finden sich Zigtausende Spiele, die man herunterladen kann. Hier ist für jeden Geschmack und für jede Altersgruppe etwas dabei. Viele der Spiele sind sehr gut, oft findet sich dabei aber auch Schrott. Eine Hilfe bei der Auswahl können hier einerseits die Empfehlungen in den App-Stores, die Kommentare anderer User und vor allem die Webseite bupp.at sein, wo regelmäßig besonders gute Spiele vorgestellt werden.

Auch wenn viele Spiele kostenlos oder wesentlich günstiger sind, als auf anderen Plattformen, muss man trotzdem darauf achten, nicht in Kostenfallen zu tappen. Viele Apps und Games sind für Kinder sehr verlockend. Da der Einkauf in den App-Stores sehr einfach und schnell durchzuführen ist, kann es da schon vorkommen, dass Kinder hier sehr schnell eine große Menge an kostenpflichtigen Apps herunterladen. Hier empfiehlt es sich einerseits den Zugang zu den App-Stores mit einem Passwort zu schützen, das bei jedem Download aufs Neue eingegeben werden muss und andererseits in den App-Stores keine Kreditkartendaten zu hinterlegen, sondern beispielsweise mit Prepaid-Karten zu bezahlen, was sowohl bei Apple als auch bei Google möglich ist.

Unangebrachte Spielinhalte

Viele Spielinhalte sind für jüngere Kinder nicht geeignet. Es gibt sowohl bei Apple als auch bei Google Altersempfehlungen und auf den Geräten Jugendschutzeinstellungen, die sich vor allem auf Android-Geräten teilweise sehr stark voneinander unterscheiden. Damit ist nur mehr der Download und die Installation von altersgerechten Spielen und Apps möglich. Während die Alterseinstufungen bei Apples iOS von Apple gemacht werden, beruhen sie dagegen im Google PlayStore nur auf einer Selbsteinschätzung der Entwickler.

Wenn die Kinder auf dem Gerät der Eltern spielen, dann kann man in den Geräteeinstellungen zum Beispiel die Home-Taste mit einem Passwort sperren, damit Kinder die App nicht verlassen und in eine andere wechseln können.

Diese Schutzmechanismen bringen allerdings nur bei jüngeren Kindern etwas und helfen zu verhindern, dass versehentlich ungeeignete oder pädagogisch bedenkliche Spiele gespielt werden. Jugendliche finden sehr schnell Mittel und Wege diese Sperren zu umgehen, hier hilft nur das Gespräch und ein aufgeklärter Umgang mit dem Thema.

Mobiler Datenverbrauch

Ein wichtiger Faktor ist auch der Verbrauch von mobilen Daten. Der Download von größeren Spielen kann schon einige hundert Megabyte groß sein und auch während des Spieles fällt mobile Datennutzung an. Daher sollte man unbedingt einen Handytarif mit ausreichend inkludierten Daten haben und Installationen oder Updates wenn möglich über die W- LAN Verbindung durchführen.

Viele Spiele auf mobilen Plattformen funktionieren nach dem Free2Play Prinzip, das heißt, dass das Spielen prinzipiell kostenlos ist. Da aber auch Spielehersteller Geld verdienen wollen, kommen hier zwei sehr unterschiedliche Mechanismen zu tragen: Einerseits gibt es in vielen Spielen kostenpflichtige Add-Ons zu kaufen, sogenannte In-App-Käufe und andererseits tauchen in vielen Spielen dafür unterschiedliche Werbeeinblendungen auf.

In-App-Käufe

In-App-Käufe bedeuten, dass man sich direkt aus dem Spiel kostenpflichtige Zusatzelemente kaufen kann. Das können zum Beispiel neue Leben, bessere Ausrüstungsgegenstände oder verkürzte Wartezeiten sein. Das Spiel greift auch hier wieder auf die bei den App-Stores gespeicherten Zahlungsinformationen zu. Das gefährliche an diesen In-App-Käufen ist, dass es sich hier relativ oft, um überteuerte „Gebrauchsartikel“ handelt. In vielen Spielen gibt es außerdem zwei verschiedene „Währungen“, eine die man durch das normale Spielen verdient und eine andere, die man immer wieder in homöopathischen Dosen erhält, aber ansonsten um teures Geld kaufen kann. Diese Premium-Währung kann man dann einmal dafür einsetzen, um schneller im Spiel voran zu kommen.

Die meisten Spiele kann man zwar auch sehr gut ohne den Einsatz von Echtgeldkäufen spielen, aber gerade Kinder, die von Natur aus ungeduldig sind, sind hier sehr schnell dazu verleitet, im App-Store Geld auszugeben. Abhilfe schafft hier einerseits das Deaktivieren von In-App-Käufen in den Store-Einstellungen sowie das Setzen eines Passwortes. Auf bupp.at steht bei jedem Spiel angemerkt, ob und wofür es In-App-Käufe gibt.

In-Game-Werbung

Viele Spielhersteller finanzieren sich über Werbeeinblendungen entweder am Rand des Bildschirmes oder über Einblendungen zwischen den einzelnen Levels. In manchen Spielen ist die Werbung auch gut versteckt ins Spiel integriert. Diese Werbungen sind nicht immer klar als solche gekennzeichnet, außerdem führen sie manchmal zu dubiosen Seiten, wenn man sie anklickt – was teilweise auch unabsichtlich in der Hektik des Spielgeschehens passieren kann. Auch Jugendschutzeinstellungen werden hier teilweise umgangen, so kann es unter Umständen schon vorkommen, dass gar nicht kindgerechte Werbungen in Kinderspielen auftauchen.

Bei vielen Spielen gibt es neben der kostenlosen werbefinanzierten Version aber auch um wenig Geld eine werbefreie variante zu kaufen. Vor allem wenn es sich um Spiele für jüngere Kinder handelt oder wenn ein Spiel besonders viel gespielt wird, empfehlen wir, zu dieser App-Version zu greifen. Ansonsten kann man Kinder nur durch gemeinsames Trainieren und darüber Reden vor unerwünschten Folgen schützen.

Privatsphäre schützen

Einige Spiele gehen auch sehr achtlos mit der Privatsphäre ihrer Spielenden um oder sammeln sogar unbemerkt Daten. Berühmtes Beispiel ist hier eine Taschenlampen-App, die zur Installation Zugriff auf alle am Telefon gespeicherten Kontakte verlangt. Andere Apps speichern dagegen unbemerkt den eigenen Aufenthaltsort. Das kann durchaus auch Teil des Spielerlebnisses sein, aber ist vor allem bei Kindern und Jugendlichen nicht immer ganz unbedenklich.

Verknüpfungen mit Facebook-Konten oder anderen sozialen Medien fallen genauso in diesen Bereich. Prinzipiell sollte man sich immer sehr genau überlegen, wann man welcher App Zugriff auf andere Daten oder Funktionen gibt und welche Inhalte man auf welchen sozialen Plattformen teilen möchte. Mit Jugendlichen sollte man darüber ins Gespräch kommen und auch deren Sensibilität schulen.

Problematische Gebrauchsgewohnheiten

Es gibt auch einige Spiele, bei denen das Spiel im Internet weiterläuft, auch wenn man selbst gerade nicht spielt. Diese Apps melden über Benachrichtigungen, wann man das nächste Mal aktiv werden muss. Was prinzipiell ganz praktisch klingt, kann vor allem für Kinder Jugendliche eine große Belastung und Stress verursachen. Vor allem, wenn man mehrere derartige Spiele spielt, die einen dauernd mit solchen Benachrichtigungen bombardieren. Oder auch der Urlaub in fremden Ländern kann hier plötzlich zur Belastung werden, wenn plötzlich kein mobiles Internet zur Verfügung steht und junge Spieler/innen Angst haben, aus ihrem Clan zu fliegen, wichtige Spielziele zu verpassen oder sogar bereits im Spiel Erreichtes wieder zu verlieren, weil sie ein paar Tage nicht online sein zu können.

Hier kann es helfen, Benachrichtigungen auf dem Handy zu deaktivieren. Außerdem sollte man mit dem Kind besprechen, welche Mechanismen hier am Werk sind. Es geht darum das Kind soweit zu stärken, dass es selbst bestimmen kann, wann gespielt wird und sich das nicht vom Spiel vorschreiben lässt.

Ein Dauerbrenner ist auch, dass das Smartphone so gut wie immer verfügbar ist und daher auch in Situationen gespielt wird, in denen es eigentlich nicht passend ist, beispielsweise beim gemeinsamen Essen oder im Schulunterricht. Hier hilft nur eines: Erstens selber mit gutem Beispiel voranzugehen und zweitens mit dem Kind besprechen, in welchen Situationen es angebracht ist, mit dem Handy zu spielen und in welchen nicht.