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2. Erregungstheorien

2.1. Frustrations-Aggressions-These

(Yale-Gruppe 1939) Der durch Frustration ausgelöste Trieb motiviert zu Aggression (bzw. Gewalt), wobei sich die Aggression nicht unbedingt gegen den/die Urheber/in der Frustration wenden muss. In medientheoretischer Weiterführung  wurde diese These mit der Katharsistheorie verknüpft, dass also die Betrachtung von Gewaltdarstellungen triebabführend wirkt. Aufgrund der Widerlegung der Karthasistheorie ist dies jedoch zweifelhaft.

2.2. Erregungs-Transfer-Theorie

(Zillmann 1971, 1978): Eine neutrale Quelle von Erregung kann Aggressionstendenzen verstärken, wenn diese Erregung (irrtümlich) auf eine aversive Stimulationsquelle attribuiert wird. Das bedeutet aus medientheoretischer Sicht, wenn ein Erregungsrest (aufgrund von emotionalen Erregungen - z. B. durch Gewaltdarstellungen in einen Film, Computerspiel, etc.) nicht auf eine Quelle zurückgeführt werden kann, erhöht sich die Stärke des emotionalen Verhaltens und der Erlebniskomponenten. Und das umso stärker, je stärker der Erregungsrest von z. B. der zuvor wahrgenommenen Gewaltdarstellung ist. Die mit den emotionalen Ereignissen verbunden physiologischen Prozesse klingen relativ schnell ab, es bleibt jedoch noch ein "Residualarousal", das beim Auftreten einer zweiten Emotion intensiviert wird. Demzufolge können abklingende physiologische Erregungen als Folge von Medienkonsum mit Gewaltdarstellungen zu einer Intensivierung von sexuellen oder aggressiven Erregnungen in einer neuen Situation führen. Für diese Theorie liegt eine ansatzweise empirische Bestätigung durch Reinecker & Gattinger, (1992) vor.

2.3. Stimulationsthese

(Berkowitz 1969): Berkowitz zieht aus seinen Experimenten den Schluss, dass das Betrachten bestimmter (z. B. als gerechtfertigt gezeigter) Gewalt unter bestimmten Bedingungen zu einer Zunahme aggressiven Verhaltens führe. Zu diesen Bedingungen gehören persönlichkeitsspezifische und situative Faktoren. Bei den persönlichkeitsspezifischen Faktoren handelt es sich vor allem um durch Frustration bewirkte emotionale Erregung. Ein durch Frustration bewirkter Zustand emotionaler Erregung schaffe demnach eine Disposition (innere Bereitschaft) für Aggression bzw. ein Handlungspotenzial, bei dem die Gewaltdarstellung, insbesondere wenn sie Ähnlichkeiten zur realen Situation der Person aufweist, aggressives Verhalten auslöst. Die Aussagen von Berkowitz beziehen sich nur auf sehr kurzfristige Medienwirkungen. Darüber hinaus lassen methodische Mängel seiner Experimente und fehlende Nachweise in anderen Studien an der Gültigkeit Zweifel offen.

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