Computerspiele im Alltag Jugendlicher
Jugendliche Computerspieler/innen werden in der öffentlichen Diskussion oft einer bestimmten "Schublade" zugeordnet: Das Bild des übergewichtigen, etwas ungepflegten, sozial und kommunikativ vereinsamten Burschen scheint weit verbreitet zu sein. Dieser Vorstellung stehen schon alleine die rein repräsentativen Daten entgegen: Wenn über 50 Prozent der männlichen und immerhin 20 Prozent der weiblichen Jugendlichen zumindest mehrmals pro Woche Computerspiele spielen, dann kann das Bild nicht für alle passen.
Das Institut für Jugendkulturforschung hat im Jahr 2007 eine repräsentative face-to-face-Befragung "elf/18" bei Jugendlichen durchgeführt. Dabei wurden im Auftrag des Jugendministeriums (damals: BMSG) eine Reihe von Einfragen, unter anderem zur Nutzung von Computerspielen und zu Einstellungen dazu, gestellt. Die Ergebnisse dieser Einfragen sind dem Tabellenband zu entnehmen, der rechts im Kasten als Download zu finden ist.
In der Gesamterhebung der Jugendstudie "elf/18" wurden jedoch eine ganze Reihe weiterer Parameter zur Lebenssituation und zu den Einstellungen der Jugendlichen erhoben. Es lag daher nahe, im Rahmen einer Sonderauswertung der Frage nachzugehen, welche Rolle Computerspiele im Alltag Jugendlicher tatsächlich spielen. Unterscheiden sich Viel-Spieler/innen von Nicht-Spielenden? Und wenn ja, worin? Um die Ergebnisse stark verkürzt vorwegzunehmen: Sie unterscheiden sich primär darin, dass die einen viel Zeit mit dem Spielen von Computer- oder Konsolenspielen verbringen und die anderen dies nicht tun. Hinsichtlich sozialer Vernetzung und Interaktion, hinsichtlich allgemeiner Einstellungen und Haltungen, hinsichtlich sonstiger Freizeitvorlieben konnten keine auffälligen Unterschiede gefunden werden.
Im Interesse eine wissenschaftlichen Herangehensweise und möglicher jugendpolitischer Konsequenzen sollten diese Sonderauswertung und Interpretation nicht nur von einem Forschungsinstitut, sondern von zwei Instituten mit jeweils unterschiedlichem Forschungsperspektiven, parallel durchgeführt werden: Das Jugendministerium beauftragte einerseits das Institut für Jugendkulturforschung, welches auch die Erhebung der Studie elf/18 durchgeführt hatte und das einen soziologischen und jugendkulturellen Zugang verfolgt, die Sonderauswertung durchzuführen. Andererseits wurde das Institut für Bildungswissenschaft an der Universität Wien ("Wiener Medienpädagogik") beauftragt, dieselben Daten aus pädagogischer Sicht zu analysieren und zu interpretieren.
Die Ergebnisse im Detail stehen im rechten Kasten zum Download zur Verfügung.

