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1. Was ist Positivprädikatisierung?

Der Begriff "Prädikat" stellte eine Qualitätsbezeichnung für ein bestimmtes Produkt oder einen Vorgang dar. Das Wort leitet sich ab vom lateinischen "praedicare" ab, was soviel bedeutet wie "bekannt machen", "(öffentlich) ausrufen". Genau das wollen wir tun: gute Computer- und Konsolenspiele bekannt machen. Dieses Qualitätsurteil kann dabei grundsätzlich unter verschiedenen Blickwinkeln erfolgen, und speziell wenn es um Computer- und Konsolenspiele geht, wäre es denkbar, auch ein rein "technisches" Prädikat für z. B. hervorragende Grafikleistung zu vergeben, oder ein Prädikat für Lernspiele, die mit dem Lehrplan übereinstimmen. Mit dem Zusatz "Positiv-" möchte die BuPP darauf hinweisen, dass hier die Qualität umfassend beurteilt wird.
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2. Was sagt der Jugendschutz? Warum werden gewalttätige Spiele nicht verboten?

In Österreich gilt in jedem Bundesland ein eigenes Jugendschutzgesetz. Diese neun Gesetze unterscheiden sich in einigen Details stark voneinander. Bezüglich Computerspiele wird darin aber recht übereinstimmend festgelegt, dass Spiele (bzw. "Medien" ganz allgemein), welche geeignet sind, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu gefährden, den Kindern und Jugendlichen nicht zugänglich gemacht werden dürfen. Es ist damit die Latte für ein "Verbot" sehr hoch gelegt, denn eine echte "Gefährdung" der Entwicklung durch ein Spiel ist nur sehr schwer nachzuweisen. Die Wissenschaft geht schon seit vielen Jahren der Frage nach, ob Computerspiele gewalttätig machen können. Bislang konnte KEIN allgemein gültiger und schlüssiger Nachweis dafür gefunden werden. Neben diesem Problem, wie denn eine konkrete Entwicklungsgefährdung nachgewiesen werden kann, gibt es aber noch andere Gründe, keine Verbote von Computerspielen auszusprechen sondern stattdessen auf Positivprädikatisierung zu setzen:

  1. Ältere FreundInnen oder das Internet stellen für Jugendliche Möglichkeiten dar, jedes Verkaufsverbot zu umgehen. Aus Deutschland (wo es Verkaufsbeschränkungen und -verbote gibt) wissen wir, dass das auch gemacht wird.
  2. Manche Spieler/innen könnten in Verboten geradezu eine "Werbung" für das Spiel sehen, denn da wissen sie mit "Brief und Siegel", dass es dabei "zur Sache geht".

Darüber hinaus gilt natürlich, dass Computerspiele, die in ihren Inhalten Straftatbestände aufweisen in Österreich verboten sind, z. B. bei NS-Wiederbetätigung.
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3. Wie erkenne ich ein gutes Spiel (es gibt ja so viele ohne BuPP-Empfehlung)?

Leider ist es fast unmöglich, nur anhand der Informationen auf der Verpackung gute Spiele zu erkennen. Lesen Sie aber dennoch die Beschreibung auf der Schachtel durch und überlegen Sie, ob die dort beschriebenen Inhalte des Spiels zu "Ihrem" Kind passen. Auch die Gestaltung des Covers gibt dazu Anhaltpunkte. Wichtig sind Fragen, wie z. B.: welche Art von Spiel wünscht sich mein Kind oder spielt mein Kind bisher gerne? Was ist bei dem Spiel gefordert, geht es um schnelle Reaktionen und präzises Steuern oder eher um Hirnschmalz und Knobelei? Für welches Alter dürfte das Spiel gedacht sein? (Achtung! Die USK und PEGI Kennzeichnung bezieht sich nur auf eventuelle problematische Inhalte, wie Gewalt, Sex, erschreckende Darstellungen, etc., sie sagen aber nichts über die Spielbarkeit hinsichtlich Schwierigkeit aus!) Wenden Sie sich auch an Verkaufsberater/innen im Geschäft, vielleicht kennen die zufällig das Spiel, das Sie gerade interessiert. Durch die Vielzahl an Titeln, die erscheinen (über 1.000 pro Jahr), dürfen Sie aber nicht zu viel erwarten. Auch andere Kund/inn/en im Geschäft werden bestimmt nichts gegen eine kurze Frage haben und vielleicht kennt jemand das Spiel und kann Ihnen Auskunft geben. Wenn Sie Gelegenheit und Zeit dazu haben, wird eine kurze Recherche im Internet bestimmt einige Anhaltspunkte geben können.

Sollten Sie das Spiel schon zu Hause haben und sich noch ein eigenes Urteil bilden wollen, dann schauen Sie nicht nur auf den Bildschirm. Achten Sie auch darauf, was ihr Kind tatsächlich beim Spielen machen muss und WIE ihr Kind das Spiel spielt. Überlegen Sie sich z. B.: Wie vielfältig sind die Aufgaben? Gibt es verschiedene Lösungswege? Regt das Spiel zur Kreativität an, macht es neugierig, fordert es präzise und schnelle Reaktionen, motiviert es, sich zu verbessern? Ist Zusammenarbeit zur Lösung erforderlich, zwischen verschiedenen Spielfiguren oder vielleicht sogar zwischen mehreren Spieler/inn/en?
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4. Was bedeuten diese diversen Aufkleber oder Aufdrucke auf Spielen von USK und PEGI?

Die USK ist eine Einrichtung des Jugendschutzes in Deutschland. Das deutsche Jugendschutzgesetz fordert eine Kennzeichnung von Medien, aus der hervorgeht, ab welchem Alter eine Beeinträchtigung der Entwicklung im Allgemeinen nicht mehr befürchtet werden muss. Die "Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle" (USK) führt entsprechende Prüfungen der Spiele durch und die Hersteller kennzeichnen die Spiele mit der von der USK ausgesprochenen Alters-Freigabe. Details zu den verschiedenen Altersstufen und der Arbeitsweise der USK finden Sie im Internet unter: www.usk.de. Die USK-Kennzeichnung ist in Österreich nicht verbindlich, sie befindet sich deshalb auch auf Spielen in Österreich, weil die Spiele für den österreichischen und deutschen Markt gemeinsam produziert werden.

Die PEGI ist eine Initiative auf europäischer Ebene mit einer ähnlichen Zielsetzung aber etwas anderer Arbeitsweise. Auch die PEGI-Kennzeichung besagt, ab welchem Alter eine Entwicklungs-Beeinträchtigung nicht zu befürchten ist und gibt zusätzlich mit entsprechenden Symbolen Auskunft, in welchen Bereichen problematische Inhalte enthalten sind: Gewalt, Sprache, Sexualität, etc. Details zur PEGI-Kennzeichnung finden Sie im Internet unter www.pegi.info.

Achtung! Beide Kennzeichnungen sagen nichts über sonstige Qualitäten des Spiels aus und auch nicht, ab welchem Alter das Spiel überhaupt erst aufgrund der Schwierigkeit spielbar ist.
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5. Wo gibt es BuPP geprüfte Spiele?

Die BuPP bemüht sich, neu erschienene Spiele möglichst rasch zu prüfen und - wenn sie es verdienen - in der Datenbank der prädikatisierten Spiele zu veröffentlichen. Diese neuen Spiele sollten in allen besseren Fachgeschäften und Elektromärkten verfügbar sein. Leider sind Computer- und Konsolenspiele manchmal nur wenige Monate in den Regalen und müssen dann Platz machen für die neuesten Titel. Spätestens dann sind Online-Versandhäuser eine gute Chance, einzelne Titel doch noch zu bekommen. Die in der BuPP-Datenbank unter "Archiv" gelisteten Spiele werden möglicherweise gar nicht mehr verfügbar sein. Da hilft dann nur die Suche bei Secondhand-Anbietern.
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6. Wie erkenne ich BuPP geprüfte Spiele?

Derzeit tragen noch keine Spiele einen "Aufkleber" der BuPP und es ist daher erforderlich auf eine Veröffentlichung der BuPP zurückzugreifen: Die Website hier, die BuPP-DVD, die Broschüre "Empfehlenswerte Computer- und Konsolenspiele" oder die Newsletter der BuPP. Es steht Ihnen jedoch natürlich frei, bei "Ihrem" Händler nachzufragen. Wenn das genug Interessierte tun, wird er vielleicht vor Ort die BuPP-empfohlenen Spiele kennzeichnen.
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7. Wer testet die Spiele, wer ist in der Bewertungskommission vertreten?

Jedes Spiel wird von zwei Gutachterinnen oder Gutachtern eingehend getestet und geprüft. Die Gutachter/innen der BuPP sind (junge) Erwachsene, die gerne Computerspiele spielen und darüber hinaus als Grundvoraussetzung für ihre Arbeit hier bereits in anderen Bereichen pädagogische Erfahrung erworben haben. Bei der Sitzung der Bewertungskommission ist es ihre Aufgabe, das jeweilige Spiel zu präsentieren und Fragen der anderen Kommissionsmitglieder beantworten zu können. Diese weiteren Kommissions-Mitglieder sind: Eine externe Expertin oder ein externer Experte, zwei Mitarbeiter/innen des Ministeriums sowie eine Jugendliche oder ein Jugendlicher. Die externen Expertinnen und Experten sind "Profis" der verschiedensten Einrichtungen, Vereine und Institutionen, die einerseits bis zu einem gewissen Grad im öffentlichen Interesse tätig sind und sich andererseits zumindest unter anderem mit Computerspielen befassen. Die Palette reicht dabei von Uni-Assistent/inn/en der Medienpädagogik über Landesjugendreferate bis zur Austrian-Players-League.

Genaueres über die Arbeitsweise der BuPP findet sich im Abschnitt: Über die BuPP.
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8. Wie kann ich Gutachter/in werden?

Im Abschnitt Über die BuPP - MitarbeiterInnen sind die Anforderungen, welche die Gutachter/innen der BuPP erfüllen müssen, aufgelistet. Wenn Sie meinen, diese Anforderungen erfüllen zu können, nehmen Sie einfach Kontakt auf. Derzeit können wir jedoch nur Frauen als Gutachterinnen aufnehmen. Sollte sich dies ändern, so werden entsprechende Informationen auf der Website veröffentlicht.
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9. Wo finde ich gute Lernprogramme?

Das Bildungsmedienzentrum des Landes Oberösterreich beschäftigt sich mit der Prüfung von Lernsoftware. Genaueres finden Sie im Abschnitt Pädagog/inn/en auf unserer Website.
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10. Wie kann ich das Thema "Computerspiele" in meiner Jugendgruppe bearbeiten?

Im Abschnitt Pädagog/inn/en unserer Website finden sich einige Anregungen dazu.
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11. Halten Sie auch Vorträge? Kann ich Sie in meine Schule einladen?

Sofern es unsere Zeitressourcen zulassen und es hinsichtlich Themenstellung und Zielgruppe passend erscheint, stehen wir für Vorträge gerne zur Verfügung. Noch lieber würden wir allerdings SIE zur Expertin oder zum Experten machen, sodass Sie selbst den Vortrag in Ihrer Schule halten können.
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12. Gibt es eine Checkliste wie ich Spiele selbst prüfen kann?

Das kommt darauf an: Wenn Sie anhand einer solchen Liste das Prüfverfahren der BuPP ersetzen wollen, dann nein. Spiele - und insbesondere gute Spiele - sind so komplex und vielfältig, dass eine Beurteilung ausschließlich anhand einer Checkliste nicht sinnvoll möglich ist. Das macht oft erst den Reiz eines guten Spiels aus, dass es eben nicht vollends über "einen Kamm zu scheren" ist. Und darum nehmen wir sehr viel Zeit und Mühe in Kauf, um zu unseren Empfehlungen zu kommen.

Wenn Sie jedoch eine Checkliste zur Orientierung und als Diskussionsgrundlage suchen, dann machen Sie sich die Liste am besten selbst, bzw. zusammen mit ihrem Kind! Erste Anhaltspunkte finden Sie auf dieser Website, z. B. bei der häufig gestellten Frage: "Wie erkenne ich ein gutes Spiel?". Überlegen Sie sich dann einerseits noch weitere Kriterien, die Ihnen wichtig sind und dazugehörige "Indikatoren", also Merkmale, an denen erkennbar wird, ob das jeweilige Kriterium erfüllt ist oder nicht.
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13. Warum werden Spiele, die das Prädikat der BuPP nicht erhalten, hier nicht aufgelistet?

Es gibt viele Gründe die zu einer Ablehnung führen können. Oft sind es sogar sehr gute Spiele, die das Prädikat nicht bekommen können (wenn diese z. B. nur für eine sehr kleine Zielgruppe interessant sind), manchmal aber auch echt schlechte. Da es die Zielsetzung der BuPP ist, gute Spiele ins Rampenlicht zu rücken, veröffentlichen wir auch nur die Namen der von uns empfohlenen Spiele.
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14. Gibt es Zeitschriften, die die geprüften Spiele auflisten?

Derzeit werden unsere Empfehlungen noch in keiner Zeitschrift regelmäßig veröffentlicht. Wenn Sie dieses Service bei Ihrer Lieblingszeitschrift gerne dabei hätten, dann schreiben Sie einfach dem Herausgeber. Die BuPP hat nichts dagegen, wenn unsere Listings von Medien übernommen werden.
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15. Können Sie mir eine gute Computerspielezeitschrift empfehlen?

Um hier eine Empfehlung für eine Zeitschrift auszusprechen, sind die Erwartungen an eine "gute Zeitschrift" zu vielfältig. Gehen Sie doch einfach einmal in einen größeren Zeitschriftenladen und blättern Sie die verschiedenen Hefte durch. So werden Sie rasche erkennen, womit Sie etwas anfangen können, was Ihnen zusagt und was eher nicht. Die ultimative Zeitschrift hat die BuPP übrigens selbst noch nicht gefunden ...
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16. Ab wann soll mein Kind einen Computer verwenden, am Computer spielen?

Eine generelle "Regel" ab welchem Alter ein Kind Computer verwenden "soll" kann es nicht geben. Das hängt zu allererst von Ihnen selbst ab. Wenn Sie zu Hause jeden Tag vor dem Bildschirm sitzen und arbeiten oder spielen, wird es wahrscheinlich sinnvoll sein, Ihr Kind auch schon früher an die Technik heranzuführen. Es gibt Kreativsoftware auch schon für die Allerkleinsten, die mit einer "Aufschnall-Tastatur" erste Reaktionen am Bildschirm bewirken können. Wichtig ist, dass Sie den Computer nicht als "billigen Babysitter" verwenden, sondern sich selbst die Zeit nehmen, um mit Ihrem Kind gemeinsam zu arbeiten und zu spielen.
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17. Warum beschäftigen Sie sich nicht mit Handyspielen, Online-Spielen und Ähnlichem?

Für den PC und die bekannten Konsolen erscheinen über 1.000 Spiele pro Jahr. Die Anzahl an Handy- und Online-Spielen ist noch um ein vielfaches größer. Der Aufwand, diese Bereiche abzudecken, stünde dabei in keinem Verhältnis zur Relevanz, die die meisten dieser Spiele haben: Diese sind zum Teil kostenlos oder um wenige Euro zu haben, werden meist nur kurz gespielt und bieten naturgemäß nur eine so geringe Spieltiefe, dass unsere Maßstäbe nicht mehr anwendbar sind. Daneben gibt es natürlich auch einige "große" Online-Spiele, wie "World of Warcraft" oder "Second Life", die sehr viel Tiefe bieten. Eine Prüfung und Prädikatisierung ist dabei jedoch sehr schwierig, da viele Inhalte von den Spielerinnen und Spielern selbst beigetragen und diese Inhalte folglich nicht geprüft werden können.
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18. Ich möchte mehr verstehen, was mein Kind da am Computer tut. Kennen Sie entsprechende Kurse, Bücher, Websites oder Ähnliches?

Auf den Seiten der BuPP für Eltern und Pädagog/inn/en finden sich einige Hinweise auf entsprechende Angebote. Darüber hinaus bieten zahlreiche Volkshochschulen entsprechende Kurse oder Informationsabende an. Und auch die verschiedensten Träger von Angeboten der Elternbildung haben immer wieder derartiges im Programm. Unter www.eltern-bildung.at sind diese Einrichtungen aufgelistet.
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