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Erläuterungen zur Spiele-Liste

  1. Welche Spiele sind in der Liste?

    In die Liste der BuPP werden ausschließlich Computer- und Konsolenspiele aufgenommen, die zum Zeitpunkt der Prüfung im Handel erhältlich sind (oder in den nächsten Wochen erhältlich sein werden) und denen von der Bewertungskommission im Rahmen des Prüfverfahrens ein Positivprädikat zuerkannt wurde.

  2. Was bedeutet das Positivprädikat der BuPP?

    Wenn ein Spiel von der BuPP ein Positivprädikat erhalten hat, so bedeutet das:
    • Dieses Spiel bietet einem Kind oder Jugendlichen der angegebenen Altersgruppe sehr viel Spaß,
    • es ist für das Genre und die Zielgruppe technisch am Stand der Zeit und
    • Eltern oder Pädagog/inn/en können sich darauf verlassen, dass von den Inhalten und der Gestaltung des Spiels keine negativen Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes oder Jugendlichen zu befürchten sind,
    • sowie dass das Spiel vielmehr die positiven Potenziale die Computer- oder Konsolenspiele grundsätzlich bieten können, möglichst gut ausschöpft.

  3. Was bedeuten die Altersangaben der BuPP?

    Jedes Kind, jeder Mensch ist einzigartig! Darum ist es auch hier sehr schwer, exakte Altersangaben zu machen, ab welchem Alter ein Spiel empfohlen wird. Die Altersempfehlung der BuPP hängt von mehreren Faktoren ab:
    • ab welchem Alter kann das Spiel überhaupt bedient werden (Steuerung, Regeln, etc.)
    • in welchem Altersbereich ist der größte Spielspaß zu erwarten?
    • ab welchem Alter sind Darstellung und Inhalte zumutbar und "verdaubar" (Gewaltaspekte, zynischer Humor, etc.)

    Diese Aspekte werden zu einem Mindestalter zusammengefasst, das dann im Infokasten bei den Spiel-Details angegeben ist. Aber Achtung! Dieses Alter bezieht sich auf durchschnittliche Erfahrungswerte der BuPP und ist eher "vorsichtig" bemessen. Das bedeutet, dass Kinder, die schon viel Spielerfahrung erworben haben, meist schon ein oder zwei Jahre früher Spaß daran haben können. Manchmal wird auf diese Altersaspekte in der Begründung noch gesondert hingewiesen.

  4. Was bedeuten die Altersgruppen der BuPP?

    Bei der Suche nach Spielen kann hier nur eine Altersgruppe ausgewählt werden, und nicht ein konkretes Alter. Dies hat schlicht den Grund, dass die Altersangaben (siehe oben) sehr "präzise" wirken, dies aber keinesfalls sind: Es kommt immer auf das jeweilige Kind an, was denn nun wirklich Spaß macht. Wenn nun aber ein Alter von z. B. 10+ als Suchkriterium eingesetzt wird, werden keine Spiele angezeigt, die erst ab 12+ eingetragen sind, dafür aber auch alle Spiele für Kinder im Kindergartenalter, auch wenn die einem 10-jährigen Kind sicher keinen Spaß mehr machen. Um das zu verhindern, gibt das Team der BuPP für jedes Spiel die Altersgruppen an, denen es voraussichtlich Spaß machen wird. Das bedeutet, dass ein 10+Spiel sicher bei der Gruppe "Kids" und eventuell auch bei der Gruppe "Volksschule" aufscheint, bei Jugendlichen aber nur, wenn davon auszugehen ist, dass es 15-jährigen auch noch Spaß macht und nicht zu "uncool" ist. Es liegt letztlich an Ihnen einzuschätzen, welchem "Spiel-Alter" Ihr Kind zuzuordnen ist und die dementsprechende Altersgruppe bei der Suche zu verwenden.

  5. Was bedeutet die Auswahlmöglichkeit "Genre"?

    Computer- und Konsolenspiel lassen sich anhand von verschiedenen Eigenschaften zu Gruppen, eben den Genres, zusammenfassen. Genauere Informationen zu der von der BuPP verwendeten Einteilung der Genres finden Sie im Lexikon. Bei der Suche nach einem Spiel für Ihr Kind oder Ihren Jugendlichen, sollten Sie zumindest die entsprechenden Genre-Vorlieben und -Ablehnungen kennen. Wer Rennspiele nicht mag, wird auch mit dem allerbesten von der BuPP empfohlenen keine Freude haben ...

  6. Was bedeutet es, wenn ein bestimmtes Spiel nicht in der Liste der BuPP zu finden ist?

    Es kann verschiedene Gründe geben, warum ein Spiel nicht gelistet ist:

    • Es wurde vom Verlag nicht bei der BuPP zur Prüfung eingereicht und es ist dem Team der BuPP auch keine Pressemeldung dazu aufgefallen, die Anlass gewesen wäre, es anzuschaffen und auf Eigeninitiative zu testen.
    • Es wurde geprüft und dabei festgestellt, dass es grundsätzlich ein gutes Spiel ist, aber doch ein paar Macken hat, welche die Freude daran trüben könnten. Es kann trotzdem vielen Leuten viel Spaß machen, aber bei einer Empfehlung würde man sich erwarten, dass es solche Macken nicht hat.
    • Es wurde geprüft und dabei festgestellt, dass es grundsätzlich ein gutes Spiel ist, aber einige ähnliche Spiele erhältlich sind, die doch noch besser sind. Es kann trotzdem vielen Leuten viel Spaß machen.
    • Es wurde geprüft und dabei festgestellt, dass es grundsätzlich ein gutes Spiel ist, aber so speziell in den Anforderungen an die Spielerin oder den Spieler, dass es nur wenige geben dürfte, die damit wirklich Spaß haben.
    • Es wurde geprüft und dabei festgestellt, dass es den Anforderungen/Kriterien der BuPP für ein "empfehlenswertes" Spiel nicht genügt.

    Wenn also ein Spiel bei der BuPP nicht gelistet ist, so bedeutet dies keinesfalls automatisch, dass es sich um ein schlechtes Spiel handeln muss!

  7. Was sind die "positiven Potenziale", die Computer- und Konsolenspiele haben können?

    Im Bereich Forschung wird auf eine diesbezügliche Studie des JFF-Münschen verwiesen. Zusammenfassend lassen sich unter anderem folgende Bereiche festmachen, in denen gute Spiele Fähigkeiten und Fertigkeiten der SpielerInnen verbessern können:

    • Bedienung eines EDV-Systems: Es gibt inzwischen kaum mehr einen Beruf, der gänzlich ohne Computer auskommt und vorstellbar ist. Wer bereits Erfahrung gesammelt hat, wie Software und Hardware funktionieren, hat einen Vorteil. Und wenn diese Erfahrungssammlung spielerisch erfolgt ist, hat man zudem Spaß gehabt.
    • Wahrnehmung, Reaktionsgeschwindigkeit und Auge-Hand-Koordination: Blitzschnell relevante Informationen am Bildschirm wahrnehmen und noch schneller reagieren - das ist das Erfolgsgeheimnis vieler Spiele.
    • Räumliche Vorstellungskraft und Orientierung: Sich in einer zweidimensionalen Bildschirm-Abbildung von dreidimensionalen Welten zu Recht zu finden, sowie die Steuerung von Figuren oder Fahrzeugen in solchen Welten, ist nicht nur bei Spielen oft erforderlich sondern auch in Beruf und Alltag zunehmend bedeutsam.
    • Problemlösung: Nicht jede Lösung liegt auf der Hand, viele Probleme erfordern es, sich in die Situation hinein zu denken und Strategien zu entwickeln. In vielen Spielen wird dies trainiert.
    • Entscheidungsfähigkeit: Entscheidungen müssen oft rasch erfolgen und dazu bedarf es der Fähigkeit, Informationen auf ihre Relevanz hin zu beurteilen - nicht nur in vielen Spielen.
    • Teamwork und Kommunikation: Viele Spiele können nur dann erfolgreich gespielt werden, wenn die Fähigkeiten verschiedener Figuren oder SpielerInnen effizient kombiniert werden und zusammenwirken können.
    • Kreativität: In zahlreichen Spielen ist ausgiebig Platz für die Entfaltung von Kreativität, sei es zur Lösung von Problemen, die nur über drei Ecken erreicht werden kann, sei es in der Gestaltung von bildnerischen oder akustischen Inhalten.
    • Wissen: Die richtige Nahrung für Elefanten, die Geschichte Europas, die Entstehung eines Kinofilms, und Vieles mehr wird bei so manchem Spiel an Wissen vermittelt, ohne dass es einem auffällt.
  8. Was bedeuten die Angaben im Info-Kasten "Das Spiel erfordert ..."?

    • Reaktion/Geschicklichkeit: Es geht um Fingerfertigkeit und schnelle Reaktionen, um eine präzise Führung der Maus und die Fähigkeit Tastenkombinationen exakt zu drücken. Typische Spiele mit diesen Anforderungen sind Sport- und Rennspiele sowie alles mit viel Action. Wer Stoppuhren nicht mag und schon beim Wählen einer Telefonnummer einen Knoten in den Fingern bekommt, sollte die Hände weglassen von Spielen, die viel Reaktion/Geschicklichkeit erfordern. Bei Kindern ist diesbezüglich vor allem auch eine relative hohe Frustrations-Toleranz gefordert, da bei derartigen Spielen oft viele Versuche erforderlich sind, um erfolgreich zu sein. Es braucht also oft richtiges "Training" um weiter zu kommen.
    • Denken/Planung: Es geht um das Vorausplanen, das Erkennen von Zusammenhängen, das Lösen von Rätseln und auch mal das Anhäufen und Anwenden von Wissen. Typische Spiele mit diesen Anforderungen sind Adventures , Strategiespiele und so manche Simulation. Wer lieber erst die Taste drückt und dann nachdenkt oder schon bei Tic-Tac-Toe verzweifelt, sollte die Finger weglassen von Spielen, die viel Denken/Planung erfordern. Bei Kindern ist es oft ganz unterschiedlich zu schulischen Aufgaben: während sie dort am liebsten gar nichts machen, sind sie hier voll Feuereifer und Erfolg dabei. Hilfreicher als ein Blick auf die Schule ist es da zum Abschätzen der Neigung, die Kinder beim sonstigen Spielen zu beobachten: legen sie gleich mit viel Action los oder planen sie detaillierte Szenarien (das geht nicht nur bei Rollenspielen mit der Puppe sondern auch bei Cowboy und Ritter Abenteuern)? Übrigens: das gute Gefühl von Erfolgen und erbrachten Leistungen bei Spielen wirkt sich positiv auf alle Lebensbereiche aus, auch auf die Schule!
    • Ausdauer: Es geht um die wirklich großen Dinge, die sich nicht übers Knie brechen lassen. Es braucht schon viel Ausdauer, um die Nr. 1 der Weltrangliste zu werden, noch viel mehr aber, um die Weltherrschaft durch geschickte Diplomatie an sich zu bringen. Und auch so manches Abenteuer-Rätsel lässt sich nicht im Durchmarsch lösen. Typische Spiele, die viel Ausdauer verlangen sind daher schwer zu benennen. Es gibt sie in nahezu allen Genres und es gibt ebenso in nahezu allen Genres auch solche, die auch nur "kurz zwischendurch" gespielt werden können. Bei Spielen für Kinder wird hier ein "Viel" angegeben, wenn entweder deutlich mehr als ein halbe Stunde am Stück gespielt werden muss, um irgendwelche Fortschritte zu machen, oder wenn es der Handlungsbogen erfordert, bestimmte Ziele über lange Zeit (und damit mehrere Spiel-Sessions) im Auge zu behalten und zu verfolgen.

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