Fit durch Games?!
Die EyeToy-Kamera für die PS2 hat den Anfang gemacht, die Nintendo-Wii mit der Bewegungs-Steuerung hat es zum Massenphänomen gemacht, der Kinect-Sensor für die Xbox360 und der Move-Controller der PS3 haben das Prinzip perfektioniert: die Steuerung von Konsolenspielen mit Einsatz des ganzen Körpers! Damit war das Feld frei für Fitnessspiele. Eine Vielzahl von Titel für jede Plattform versprechen unwiderstehliche Ergebnisse - und das ganz praktisch von zu Hause aus und zu einem günstigen Preis. Was solch ein Training tatsächlich bringt, hängt allerdings von mehreren Faktoren ab. In erster Linie natürlich von der Motivation und den Vorkenntnissen der Trainierenden. Ein Trainingsprogramm kann noch so umfassend sein, wenn es dann nur schlampig oder unregelmäßig ausgeübt wird ist der Nutzen begrenzt und kann es sogar gefährlich werden. Genau hier lauert jedoch der größte Schwachpunkt von virtuellen Trainingsprogrammen: Es gibt keine individuelle Beratung und nur mangelhaftes Feedback über die Korrektheit der Bewegungsausführung. Durch immer sensiblere Bewegungserfassung, wollen die Hersteller auch diesem Manko Herr werden, doch wird eine Konsole wahrscheinlich nie das differenzierte Feedback eines Trainers/einer Trainerin ersetzen können. Im schlimmsten Fall können durch falsche Bewegungen Schädigungen und Verletzungen auftreten. Es ist unverzichtbar, die individuellen Voraussetzungen - zum Beispiel, ob man irgendwo Schmerzen hat - zu kennen und richtig damit umzugehen. Hat jemand schon Vorkenntnisse, kann ein virtuelles Training sicherlich eine geeignete Ergänzung darstellen. Blutigen Anfängern/-innen sei vom alleinigen Training vor der Konsole abgeraten. Hier sind allenfalls Spiele sinnvoll die durch einfache aber intensive Bewegungen, wie Laufen am Stand, Hüpfen etc., den Schweiß zum fließen bringen.
Neben den Vorkenntnissen bedarf ein virtuelles Training - soll es tatsächlich etwas bringen - auch einer höheren Selbstdisziplin, als zum Beispiel ein Gymnastikkurs zu fixen Zeiten. Andererseits bietet es die praktische Möglichkeit, Sport direkt und zeitlich ganz flexibel innerhalb der eigenen vier Wände auszuüben. Je nach Fitnessspiel werden verschiedene Trainingsprogramme und individuelle Einstellungsmöglichkeiten geboten, die für Abwechslung sorgen. Ein wirklich auf die individuellen Bedürfnisse und Grenzen abgestimmter Trainingsplan kann jedoch - entgegen der Versprechungen von Fitnessspielen - nur gemeinsam mit ausgebildeten Trainer/-innen erfolgen.
Der Vorteil von Fitnessspielen ist ganz sicher, dass diese, unabhängig von Öffnungs- oder Jahreszeiten, jederzeit, praktisch, von zu Hause aus ausgeübt werden können. Damit erreicht man auch Personen, die ansonsten wahrscheinlich keine Zeit und Motivation für Bewegung finden würden. Man trainiert ganz für sich - wodurch natürlich auch der soziale Aspekt, den Sport ansonsten haben kann, verloren geht - und frische Luft wird auch nicht getankt, sofern man nicht gerade bei offenem Fenster trainiert. Jedoch schaffen es Fitnessspiele oft gut, über die Rückmeldung von Kalorienverbrauch und Trainingsfortschritten, zu motivieren. Damit sind sie - berücksichtigt und vermeidet man die Risiken bei der Bewegungsausführung - eine abwechslungsreiche und relativ kostengünstige Möglichkeit, in Schwung zu bleiben und eventuell Interesse für verschiedene Sportarten zu wecken!


