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Bupp - Information zu digitalen Spielen

Bupp - Information zu digitalen Spielen

Eine Frage des Alters

Bub spielt auf Konsole, Mädchen hilft

Das Spielerleben hängt ganz eng mit der körperlichen und geistigen Entwicklung der Heranwachsenden zusammen. Wird ein Kind mit einem Spiel konfrontiert, das die eigenen Möglichkeiten übersteigt, dann tritt ein bedenkenswerter Effekt ein: Das Kind spielt oft trotzdem – aber gemäß der eigenen Möglichkeiten. So kann ein fünfjähriges Kind eine komplexe Spielstory ignorieren und einzelne Sequenzen anspielen, ohne aber den tieferen Zusammenhang zu erkennen. Das kann in einem Fall problemlos sein (z.B. bei harmlosen Jump and Run Spielen) und im anderen Fall fragwürdig und problematisch (z.B. bei Shootern oder Kriegsspielen). Denn die Inhalte werden hier nicht dem Spiel entsprechend gerahmt, sondern durch die Phantasie des Kindes ergänzt.

Das Alter - oder besser gesagt: die individuelle Entwicklung des Kindes – spielt eine Rolle und sollte bei allen Aspekten rund um das digitale Spielen berücksichtigt werden. Die Jugendschutzkennzeichnung (siehe PEGI, USK) kann dafür einen ersten Anhaltspunkt geben. Weitergehende Orientierung geben Einrichtungen wie die BuPP, welche Empfehlungslisten und pädagogische Spielbeschreibungen anbieten.  Aber nicht nur Listen von empfehlenswerten und gelungenen Spielen, sondern auch die Anerkennung und Akzeptanz des kindlichen Spiels führt zu einem sinnvolleren und aufgeklärteren Spielen in Rahmen der Familien. Denn Spiele sind in der Entwicklung des Menschen notwenige Bestandteile, die besondere Aufmerksamkeit erfordern und verdienen.

Folgende Aspekte sollten beachtet werden:

Geeignetes Alter

Ab welchem Alter Kinder erstmals mit digitalen Spielen in Kontakt kommen sollen, lässt sich schwer allgemein beantworten, zu unterschiedlich ist hier die Entwicklung der Kinder. Wenn die Spielinhalte geeignet sind und das Kind von einem Erwachsenen begleitet wird, dann spricht nichts dagegen, dass auch die Jüngsten schon bedenkenlos einmal ein wenig auf dem Tablet der Eltern herumspielen. Sie sollen aber auch hier notwendige Grenzen setzen und auch andere Aktivitäten anbieten. Auch hier gilt wieder: Ihr eigenes Vorbild wird sich im Verhalten der Kinder widerspiegeln. Wenn Sie ständig vor den Augen Ihres Kindes mit dem Smartphone beschäftigt sind, dann darf es Sie nicht wundern, dass auch Ihr Kind dieses Verlangen zeigt. Es will es Ihnen ja nur gleichtun.

Eigene Konsole

Die für viele Eltern relevante Frage nach der ersten eigenen Spielkonsole oder dem Smartphone wird sehr häufig durch die Peer-Group, also dem sozialen Umfeld des Kindes, bestimmt. Natürlich treffen Sie hier die letzte Entscheidung, aber spätestens wenn viele andere Kinder in der Klasse eine eigene Konsole besitzen, werden Sie sich sehr schwer tun, diesen Wunsch abzulehnen. Setzen Sie sich mit dem Wunsch des Kindes auseinander und versuchen Sie objektiv festzustellen, ob Ihr Kind schon reif genug dafür ist. Auch hier helfen gemeinsam aufgestellte Regeln für den Familienalltag. Dass die Konsole vor allem in der ersten Zeit – wie jedes neue Spielzeug – viel Zeit und Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird, ist allerdings ganz natürlich.

Geeignete Spieldauer

Generelle Angaben zur Spieldauer sind schwer aufzustellen. Jedes Kind ist unterschiedlich und auch das Spiel und das Spielumfeld spielen hier eine große Rolle. Bei jungen Kindern sollte die Spielzeit eine halbe Stunde am Stück nicht überschreiten, da dann sowohl die Konzentrationsspanne als auch die Aufmerksamkeit spürbar nachlassen und auch die Gefahr von Reizüberflutung und sinkender Frustrationstoleranz gegeben ist. Maximale Spielzeiten pro Tag können aber auch problematisch werden, weil bei Kindern oft der Eindruck entsteht, sie müssten diese Zeit auch wirklich konsumieren. Sinnvoller ist hier vielleicht ein Zeitkonto, über das das Kind in einem gewissen Rahmen selbst verfügen darf. Dass der normale Familienalltag und die Pflichten des Kindes (wie Schule, Teilnahme am Familienleben, Freizeitaktivitäten) nicht darunter leiden dürfen, versteht sich von selbst und sollte mit dem Kind auch klar so ausgemacht werden. Gerade bei Jugendlichen ist das oft ein nicht ganz leichtes Unterfangen, da die Abkapselung von der Familie dort normaler Teil der Entwicklung ist und nicht das Spiel dafür verantwortlich ist, das sie nicht am Familienleben teilnehmen wollen.

Geeignete Spielinhalte

Ob ein Spielinhalt für ein Kind geeignet ist oder nicht, kann unter anderem über die Altersangabe eingeschätzt werden. Altersunangemessene Spiele können irritieren und Ängste verursachen, mit denen sich Kinder vor allem dann alleine gelassen fühlen, wenn keine Gesprächsbasis mit den Eltern da ist oder diese digitales Spiel a priori ablehnen. Es gibt Spiele für nahezu jede Altersgruppe. Für sie geeignete Spiele werden Kindern auch wesentlich mehr Spaß machen als Spiele, die eigentlich für Erwachsene konzipiert wurden. Altersgerechte Spiele bieten außerdem oft ein sehr hohes Lern- und Förderpotential und sie können jede Menge Fähigkeiten (soziale, kognitive, motorische, uvm.) trainieren.